Beim DVD-Erbfolgekrieg zwischen den Blu-ray- und HD-DVD-Verfechtern zeichnet sich eine konsumentenfreundliche Lösung ab. Nachdem bereits LG angekündigt hatte, beide Formate - wenngleich im Moment noch mit getrennten Geräten - unterstützen zu wollen, zeigt sich nun erstmals auch Blu-ray-Verfechter Samsung kompromissbereit. Zwar wolle man keinen reinen HD-DVD-Player herstellen, denke aber sehr wohl über einen Universal-Player nach, der beide Formate unterstützt, so der Samsung-Manager Kim Du-Hyon während einer Presseveranstaltung im koreanischen Hauptquartier.
"Derzeit bereiten wir die technische Unterstützung des HD-DVD-Formats vor. Sollte das Universalgerät kommen, wird das frühestens Ende 2006 oder Anfang 2007 der Fall sein", so Du-Hyon. Der Samsung-Vertreter machte gleichzeitig jedoch unmissverständlich klar, dass Samsung weiterhin davon überzeugt sei, dass Blu-ray den Formatkrieg gewinnen werde. Ein Player, der beide Formate spielen könne, sei daher auch nur für den Fall eingeplant, dass HD DVD sich sehr rasch auf dem Markt etabliere.
Der Einblick in Samsungs Entwicklungszentrum zeugt ungeachtet der offiziellen Beteuerungen aller Beteiligten von der Nervosität der Branche. Während die HD-DVD-Sektion nach einem etwas holprigen Start seit Mitte April dieses Jahres zumindest geräte- und filmtechnisch auf dem Markt vertreten ist, kämpft die Blu-ray-Konkurrenz weiterhin mit Problemen. Zwar steht der Markteintritt des ersten Blu-ray-Players von Samsung unmittelbar bevor, Blu-ray-Entwickler Sony musste den ersten eigenen Player, wie bekannt wurde, allerdings erneut verschieben - auf voraussichtlich Ende Oktober 2006.
Abzuwarten bleibt freilich, wie sich der Marktauftritt der Blu-ray-fähigen Playstation 3 sowie Microsofts Ankündigung eines HD-DVD-Laufwerks für die Xbox 360 auf den weiteren Verlauf des Formatkriegs auswirken wird. Wesentlichen Anteil am Erfolg des einen oder anderen Formates dürfte neben Player- und Disc-Verkäufen vor allem aber auch die Integration entsprechender Laufwerke in Computern und Notebooks werden. Auch hier zeichnet sich weiterhin keine eindeutige Tendenz ab.
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